Quelle: Münsterländische Volkszeitung, Jörg Homering
BÜRGERMEISTER FRANZ MÖLLERING
Sein erster Arbeitstag

Besuch von den Parteifreunden der CDU-Fraktion bekam Neuenkirchens neuer Bürgermeister Franz Möllering (3.v.l.) Mittwoch Vormittag. Mit dabei waren (v.l.) Jutta ten Winkel, Herbert Albers, Hannelore Brüning, Nico von Royen, Hauptamtsleiter Klaus Beckmann (hinten), Gudrun Kenning, Ludger Essing, Herbert Reinke und Karl Hovekamp.
(Foto: Homering)
Neuenkirchen. Am ersten Arbeitstag kommt der neue Bürgermeister mit dem Rad zur Arbeit. Sein Wecker stand auf 6 Uhr. Aber er war schon eine Stunde früher wach. So wie sonst, als er noch nach Münster zur Arbeit fahren musste, jahrelang. Aber nicht heute. Heute beginnt für Franz Möllering ein neues Kapitel in seinem Leben.
Der neue Bürgermeister radelt durch den Frühnebel von Offlum ins Dorf. Er stellt sein Rad zum ersten Mal im Fahrradständer für die Rathaus-Bediensteten ab. „Das darf ich ja jetzt wohl“, sagt er später. Die Tür ist noch verschlossen, es ist ja auch vor 8 Uhr. „Aber ich habe ja jetzt einen Schlüssel. Und der passt auch!“
Oben vor dem Bürgermeisterzimmer wartet eine Überraschung auf Franz Möllering. Fast alle Mitarbeiter des Rathauses drängen sich ins Vorzimmer um den Schreibtisch von Rita Bartsch, um ihren neuen Chef zu begrüßen. „Herzlich willkommen“ steht auf einem Schild, das an der Tür des Bürgermeisterzimmers hängt. Darüber schmückt ein grüner Kranz mit bunten Blumen den Türrahmen.
Das Bürgermeisterzimmer mit Blick auf den Rathausplatz sieht fast so aus wie vorher. Der Schreibtisch aufgeräumt, aber nicht ohne Aktenordner und Papiere. Im Schrank stehen die Gastgeschenke an die Gemeinde. Die Türen der Schränke hat Franz Möllering noch nicht geöffnet. Auf dem Besprechungstisch steht ein Teller Kekse und Schokolade. „Ich habe mich heute morgen extra gewogen: knapp 85 Kilo“, sagt der Bürgermeister mit Blick auf die süße Verführung. „Mal sehen, wie das nach diesem Tag aussieht.“
Die Hendel-Bilder hängen noch, die Uhr an der Wand fehlt. Und ein paar einsame Nägel in der Wand deuten darauf hin, dass Wolfgang Hüppe ein paar persönliche Bilder mit nach Hause genommen hat. „Ich habe zu Hause schon angedeutet, was ich wohl gerne im Büro hätte“, sagt Franz Möllering mit Blick auf die kommenden sechs Jahre, die seine Amtszeit in diesem Büro dauern wird. Er wirkt gut gelaut an diesem Morgen, in seinem blauen Anzug mit rot gestreifter Krawatte. Geradezu gelöst.
Das bleibt auch so, als sich erster Besuch ankündigt. Überraschend schneit die CDU-Fraktion herein, angeführt vom Parteivorsitzenden Herbert Albers und dem neuen Fraktionsvorsitzenden Nico von Royen. Auch Hannelore Brüning ist dabei, sie und alle anderen schütteln mit ihrem Parteifreund und früheren Fraktionsvorsitzenden Franz Möllering die Hände, klopfen ihm auf die Schulter, wünschen ihm alles Gute. Jeder hat eine gelbe Gerbera dabei, einen Kalender haben sie auch im Gepäck, „Carpe Diem“ (lat.: nutze den Tag), ein dickes Ding mit einem Sinnspruch für jeden Tag. „Der fängt aber leider nicht am 21. Oktober an“, sagt einer in der Runde.
Nach einem Gläschen Sekt verabschiedet sich der Besuch. Die Mittagspause entfällt, „auch wenn meine Frau zu Hause sicherlich etwas vorbereitet hat“. Dienstbesprechung mit Klaus Beckmann und den Amtsleitern, Email, Post - der erste Tag des neuen Bürgermeisters ist ein Arbeitstag.