29. September 2009
Quelle: Münstersche Zeitung, Klaus Spellmeyer | ||
| NEUENKIRCHEN Die CDU verliert im Vergleich zur Bundestagswahl 2004 moderate 2,1 Prozent, die SPD büßt desaströse 8,9 Prozent ein, die FDP legt mit 5,7 Prozent ordentlich zu. Und die Grünen sind mit einem Plus von 2,7 Prozent dabei. | ||
„Müntefering weg“ SPD-Mann Uwe Fischer schaute dennoch nicht unglücklich, als er die Zahlen auf den Bildschirm im Rathaus registrierte. „Eigentlich habe ich mit mehr Verlusten gerechnet“, sagte der hiesige SPD-Vorsitzende Uwe Fischer. Die Bundespartei habe einen Denkzettel bekommen. „Ich gehe davon aus, dass jetzt Köpfe rollen werden.“ Für den eigenen Ortsverein sehe er keine Konsequenzen aus dem Bundesergebnis. Es sei gut gewesen, dass die Kommunalwahl separat zur Bundestagswahl war. „Sonst hätten wir auch bei der Kommunalwahl schlecht abgeschnitten.“ Fischer fordert eine neue Führung unter Frank-Walter Steinmeier. Seine Meinung: „Müntefering muss weg.“ |
Die CDU schnitt vor Ort mit 45,7 Prozent deutlich besser ab als im Bundesdurchschnitt. Dennoch verlor sie 2,1 Prozent. Das allerdings kratze den CDU-Vorsitzender Herbert Albers in diesem Fall nicht so sehr: „Wir liegen absolut im Bundestrend. Dagegen können wir vor Ort nichts machen.“ Mit einem schwarz-gelben Bündnis habe er auf Bundesebene keine Probleme. „Es ist gut, dass sich jetzt mehr bewegen wird. Ob das für alle ein Traum werden wird, möchte ich nicht behaupten.“ Aufgrund der Wirtschaftskrise werde es Einschnitte geben, die manchem weh tun werden. Von Angela Merkel hätte er sich gewünscht, dass sie im Wahlkampf häufiger und klarer die Meinung vertritt. „Der ruhige Wahlkampf ist nicht belohnt worden“, meinte der CDU-Vorsitzende.
„Politisches Traumpaar“
14,5 Prozent wählten vor Ort die Liberalen, deckungsgleich mit dem bundesweiten Trend. Entsprechend entspannt äußerte sich dieses Mal FDP-Mann Joachim Koch. „Bundesweit haben wir ein neues politisches Traumpaar: Ein konservative Kanzlerin und einen schwulen Außenminister und Vizekanzler.“ Darauf freue er sich. Er erwarte, dass schwarz-gelb das Land schneller aus der Krise führe als die große Koalition. „Die FDP des Münsterlandes würde sich freuen, wenn der Münsteraner Daniel Bahr jetzt Gesundheitsminister würde.“
Kein Zusammenhang
Zwischen Kommunalwahl und Bundestagswahl sehe er keinen Zusammenhang. Seine Nachbarn seien zugezogenen. „Die gehen zur Bundestagswahl. Die Kommunalwahl interessiert sie nicht die Bohne.
Zuletzt wähnte sich auch Ellen Pfennig (Grüne) als Siegerin. Zwei Prozent legte ihre Partei vor Ort, reicht aber nicht an das zweistimmige Ergebnisse im Bundesvergleich heran. „Wir leben auch mit der Oppositionsrolle gut.“ Ökologie und soziale Gerechtigkeit seien die wichtigsten Punkte. „Gegen Atom. Das bleibt nach wie vor“, betonte Ellen Pfennig.
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