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Quelle: Münstersche Zeitung
Großer Verlierer FDP
Von Klaus Spellmeyer am 30.08.2009 23:34 Uhr
NEUENKIRCHEN Franz Möllering wird neuer Bürgermeister von Neuenkirchen. Er holte am Sonntag 68,2 Prozent der Stimmen. „Ein Ergebnis, mit dem ich in etwa gerechnet habe“, sagte er nach der Wahl.
Neuer Bürgermeister ist Franz Möllering. Erste Gratulantin war seine Frau.
Foto: Gehring
Die erste, die Franz Möllering gratulierte, war seine Frau Maria. „Jetzt werden Golden Retriever in Neuenkirchen beliebt“, sagte sie später lachend. Sina heißt die Rasse-Hündin, mit der sich Franz Möllering gern ablichten ließ. Kontrahent Uwe Fischer (SPD) war mit 31,8 Prozent der Stimmen durchaus zufrieden. Er lag damit fast zehn Prozent über dem Ergebnis seiner Partei. „Das zeigt, dass es sich auch in Neuenkirchen lohnt zu kämpfen“, sagte er.

63,3 Prozent Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung ist erneut gesunken. Von den 11 058 Wahlberechtigten gaben 6921 eine gültige Stimme ab. Das sind 63,3 Prozent, noch einmal 0,9 Prozent weniger als 2004.

Der Ratssaal war am Sonntagabend rappelvoll. Viele wollten die Ergebnisse live miterleben. Doch Sekunden nach dem Endergebnis der Bürgermeisterwahl blieb Bildschirm kurz nach 19.30 Uhr schwarz. „Das Internet ist zusammengebrochen“, erklärte Wahlleiter Klaus Beckmann. Mit so hohen Zugriffsraten habe wohl niemand gerechnet.

So blieb den Freunden der CDU genügend Zeit, den Wahlsieg Franz Möllerings zu feiern. Erst eine halbe Stunde später war das Endergebniss der Ratswahl mit etwas Mühe abzulesen.

CDU hat weiter absolute Mehrheit

Die CDU hatte 6,2 Prozent eingebüßt, aber die absolute Mehrheit behauptet. „Darüber sind wir sehr froh“, sagte Vorsitzender Herbert Albers. Ob er jetzt für Franz Möllering nachrückt und die CDU-Fraktion im Rat führt, ließ er offen: „Das werden wir in den nächsten Wochen erst bereden.“ In der Brennerei Niehues waren die Schnittchen bereits geschmiert. Mit dem künftigen Bürgermeister feierten die Christdemokraten, dass die CDU die absolute Mehrheit halten konnte.

Einen Sitz hat sie an die SPD abgegeben, die nach dem Wahldebakel vor fünf Jahren wieder über 20 Prozent kletterte und 2,4 Prozent zulegte. Als Wahlsieger fühlen sich auch die Grünen – sie legten 2,1 Prozent zu – und die UWG, die ebenfalls ihr Ergebnis um zwei Prozent verbesserte.

Liberale ohne Fraktionsstatus

Der große Wahlverlierer des Abends war die FDP in Person von Joachim Koch. Die Liberalen büßten sogar 0,4 Prozentpunkte ein und kamen auf vier Prozent. „Unsere Politik wurde von den Wählern nicht honoriert“, sagte Koch. Die FDP habe ihr Ziel, als Fraktion in den Rat zu ziehen, nicht erreicht. Im Nachbarort Wettringen kam die FDP auf 8,2 Prozent (plus 2,6 Prozent) und zieht mit zwei Mitgliedern in den nächsten Rat ein.

Joachim Koch zieht die Konsequenzen: Er wird zwar im Oktober sein Mandat annehmen, aber er kündigte bereits am Wahlabend an, dass er nicht die ganzen fünf Jahre im Neuenkirchener Rat liberale Politik verfechten will. „Ich werde mich auf jeden Fall vorzeitig verabschieden und beabsichtige auch, mich beruflich zu verändern und Neuenkirchen zu verlassen“, erklärte er. 
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