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Einzelhandels- und Zentrenkonzept: Korsett ist beschlossen, Füllung folgt später

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Quelle: www.mv-online.de, Jörg Homering

Heckings Uhrenturm steht als Wahrzeichen für 250 Jahre Neuenkirchener Textilgeschichte. Er soll bei der Neugestaltung des Geländes erhalten bleiben.
Heckings Uhrenturm steht als Wahrzeichen für 250 Jahre Neuenkirchener Textilgeschichte. Er soll bei der Neugestaltung des Geländes erhalten bleiben.


NEUENKIRCHEN. Der Diskussionsbedarf ist verebbt, die Meinungen sind gebildet: Kurz und knapp hat der Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr am Dienstag die Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes einstimmig beschlossen. Wenn der Rat am 5. März dieser Beschlussempfehlung folgt, ist der Weg für die Entwicklung des Hecking-Geländes freigemacht.


„Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehen!“ Frei nach Goethe brachte der Ausschuss damit nach monatelanger, teil kontroverser Diskussion das neue Konzept auf den Weg, ein „ein Rahmen, ein Korsett, das wir später mit Leben füllen müssen“, sagte Nico von Royen, CDU-Fraktionsvorsitzender.

An diesen Unterschied zwischen heutigem Einzelhandelskonzept und morgiger Bauleitplanung erinnerte auch Bürgermeiser Franz Möllering: „Wir schreiben hier heute nur das Konzept von 2008 fort. Wir sagen Ja dazu, den zentralen Versorgungsbereich Neuenkirchens zu verändern und setzen den Planungsrahmen“, sagte er und betonte: „Das machen wir ohne Ansprüche Dritter.“

Erst mit der späteren Bauleitplanung werde entschieden, was auf dem Hecking-Gelände genau passiere. „Wir wollen die schwindende Kaufkraftbindung zurückholen, dazu gehört der nördliche Teil des Hecking-Geländes dazu. Das haben wir als vernünftig erkannt“, sagte Möllering.

„Wir stehen an einer Weggabelung: Lassen wir Neuenkirchen unter einer Käseglocke? Oder nutzen wir die Chance, die uns das Hecking-Gelände bietet?“, fragte Nico von Royen. „Wir müssen die Zentralität, den Ortskern sichern und die Kaufkraft im Dorf halten - denn die wandert ab“, warnte von Royen. Der Ortskern müsse später mit einer „Brücke“ an das Hecking-Gelände angeschlossen werden. Alle Beteiligten Behörden und Verbände hätten Neuenkirchen bescheinigt, hiermit ein „schlüssiges Konzept“ in der Hand zu halten. Zwar sei das Konzept innerhalb der CDU kontrovers diskutiert worden, die Mehrheit der Fraktion sei aber für seine Verabschiedung.

Annette Kindt und die SPD hielten es für „falsch, alles beim Alten zu lassen“. Für das Hecking-Gelände sollte nun möglichst bald das Bauleitplanverfahren eingeleitet werden, forderte sie und ergänzte: „Wir müssen auch für St. Arnold Vorsorge treffen, sollte dort der Supermarkt mal wieder geschlossen werden.“

Christoph Holtkamp (UWG) sprach sich dafür aus, parallel zum Bauleitplanverfahren ein neues Verkehrskonzept für den Ortskern auszuarbeiten. „Die Verkehrsströme werden sich durch ein Hecking-Center sicherlich enorm verändern“, sagte er.


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